Farbtherapie

Die Farbtherapie (Farbpunktur)

1. Geschichtliches

Licht und Farben heilen. Diese Erkenntnis beeinflußte das Gesundheitswesen der alten Kultur­völker. Ägypter, Griechen, Römer, Inder und Chinesen entwickelten ihre besonderen Heilweisen mit Licht und Farbe. Am höchsten entwickelt waren diese Methoden im alten Ägypten.

Die neuzeitliche Farbtherapie ist mit den Namen Finsen und Rollier eng verknüpft. Beide erarbei­teten die Grundlagen für die heutige medizinische Farblichttherapie, die sich zur Zeit in aller Regel auf die bekannte Rot- und Blaulichtbestrahlung beschränkt.

Peter Mandel 1 entwickelte seit Mitte der siebziger Jahre seine Farbpunktur, indem er die Grundla­gen der Goetheschen Farbenlehre und der empirisch bekannten Farbindikationen mit der Aku­punktur in Beziehung brachte.

Die Farbpunktur wird heute von rund 2000 naturheilkundlich orientierten Therapeuten ausgeübt.

2. Grundlagen

In der Naturheilkunde geht man davon aus, daß der Körper die Projektionsebene für Störungen im "Gesamtsystem Mensch" ist. Das bedeutet, daß jede Erkrankung über das körperliche Geschehen hinaus als Alarmsignal für Disharmonien im Geistigen und Seelischen aufgefaßt werden muß.

So wie die moderne Physik auch Materie letztlich als Energie definiert, so ist es schon seit Jahrtau­senden ein Grundprinzip in den alten Philosophien zum Beispiel der Chinesen und der Inder, daß alles Leben auf der harmonischen Schwingung und Zirkulation von Energien beruht. Diese Lebens­energie, das Chi der Chinesen und das Prana der Inder, stellt einen in sich geschlossenen Ener­giekörper dar, der Körper, Geist und Seele miteinander verbindet. Jegliches energetische Un­gleichgewicht zieht somit alle Bereiche des Seins in Mitleidenschaft.

Die Folge bioenergetischen Denkens ist die ganzheitliche Betrachtung des Menschen und all seiner Funktionen. Eine isolierte Krankheit erfaßt immer den Menschen in seiner Gesamtheit, d.h. Geist, Seele und Leib sind am Geschehen beteiligt. Jede Zelle unseres Organismus weiß von der anderen. Sie trägt das Programm des Ganzen in sich. Dies zeigte der Versuch von Gordon, der die Eizelle eines Frosches ausräumte, eine Darmzelle einlegte und befruchtete. Es entstand ein zeugungsfähi­ger Frosch. Dieses Klonen bewies also, daß die Lebensinformationen allumfassend sind.

Die angenommenen bioenergetischen Potentiale der Zellen sind zwar nicht sichtbar, halten aber trotzdem die Materie des Menschen in jenem Spannungszustand, der es ermöglicht, die Einheit des materiellen Systems der Zellen zu gewährleisten. Max Planck sagte einmal sinngemäß, daß es keine Materie an sich gibt. Materie entsteht und besteht nur durch Kräfte, welche die Atomteilchen in Schwingungen versetzen und zum winzigen Satellitensystem des atomaren Gefüges zusammenhal­ten. Ein Atom ist nicht allein als Materie zu begreifen, sondern als Energiefeld. Folglich müssen wir uns immer mit der Regulation der Energie auseinandersetzen.

Man hat in der Naturheilkunde längst die Erfahrung gemacht, daß es die feinsten Reize sind, die - gezielt eingesetzt - die größten Wirkungen haben. In der Homöopathie haben die sogenannten "Hochpotenzen", bei denen im Lösungsmittel keinerlei Materie von der Wirksubstanz mehr vor­handen ist, besonders tiefgreifende und anhaltende Wirkung. Reine Schwingungsenergie scheint das geeignetste Mittel zu sein, um unseren Energiekörper zu beeinflussen, und zwar durch den In­formationsgehalt, der in ihren verschiedenen Frequenzen liegt.

Therapie mit Farben und farbigem Licht ist deshalb für die Naturheilkunde von ganz besonderer Bedeutung; denn Farben stellen nichts anderes dar als die verschiedenen Frequenzbereiche des sichtbaren Lichtes.

Die Farbpunktur beinhaltet jedoch einige wesentliche neue Elemente. Grundlage dieser Form der Farbtherapie waren die Entdeckungen der Biophotonenforschung. Entscheidend neu ist aber, daß der Farbpunktur die Akupunktur zugrunde gelegt wurde; somit handelt es sich eigentlich um eine erweiterte Form der Akupunktur mit farbigem Licht. Diese Therapie beruht ganz auf dem Aus­gleich von Disharmonien auf der energetischen Ebene. Auch nach Auffassung der modernen Bio­physik ist hier der grundlegende Bereich für die Entstehung von Krankheiten zu suchen. Gesundheit ist nichts anderes als die Fähigkeit zur Selbstregulierung.

Das Biophotonenfeld hat im gesunden Zustand durch seine hohe Kohärenz (Bündelung der Strah­lung wie beim Laserlicht) die Fähigkeit, auf alle Störungen und Einflüsse flexibel zu antworten und sie auszugleichen. Es pendelt dabei ständig zwischen zwei Zuständen hin und her, die der "Vater der Biophotonentheorie", Fritz Popp, selbst schon mit dem chinesischen Yin und Yang verglichen hat. Im Zustand des Ungleichgewichts, bei einer gesundheitlichen Störung, hat das Biophotonenfeld seine Kohärenz eingebüßt und ist entweder in Richtung nach Yin oder nach Yang "festgefahren". Um die Selbstregulierungsfähigkeit (die der Abwehrfähigkeit des Organismus gleichzusetzen ist) wieder anzuregen, muß der Therapeut irgendeine Art von ausgleichender Information in den Körper schleusen.

In der Farbtherapie geschieht das über die Haut, die nach neuesten Forschungen genauso wie die Augen selbst Licht- und Farbimpulse aufzunehmen und deren Wirkung ins Innere des Körpers zu leiten vermag. Die Haut ist nicht nur Schutz und Umhüllung, sie ist auch Antenne und Umwandler für alle Arten von Schwingungen, die uns umgeben. Insbesondere trifft dies für eine Reihe von Hautbereichen und Punkten zu, die sich gegenüber der übrigen Haut durch erhöhte "Antennenfähig-keit" auszeichnen (so z.B. die jeweiligen Endpunkte der Körpermeridiane). Zu ihnen gehören auch die Punkte der Akupunktur, die nach Mandels Forschungen eine besondere Beziehung zu den Far­ben haben.

In diesem Zusammenhang gewinnen die Forschungsarbeiten des Instituts für Klinische und Expe­rimentelle Medizin in Nowosibirsk, besondere Bedeutung. Ein Forscherteam unter Leitung von Prof. Kaznachejew (Gruber 1989) konnte in mehrjähriger Arbeit nachweisen, daß es im menschli­chen Körper Leitungsbahnen für Licht gibt, die exakt dem Verlauf der Meridi­ane in der traditio­nellen chinesi­schen Medizin entsprechen. Es konnte eindeutig festgestellt werden, daß die Licht aufnehmenden Regionen des Körpers mit den Akupunkturpunkten zusammenfallen und das aufge­nommene Licht nur zu Punkten desselben Meridians weitergeleitet wird. Auch hierin liegt eine Be­stätigung für die Wirksamkeit der Farbpunktur.

3. Ablauf der Therapie

Die Farbpunktur läßt sich im Prinzip bei allen Erkrankungen entweder therapiebegleitend oder als Alleintherapie einsetzen. Wegen ihrer regulativen Wirkungen ist sie eine ideale Maßnahme zur Krankheitsvorbeugung. Ein weiterer Vorteil liegt in den vielfältigen Selbstbehandlungsmöglich­keiten.

In der Praxis ergeben sich aus der ganzheitlichen Diagnose, z. B. aus dem E-T-D-Bild, konkrete Hinweise, welche Farbtherapien angewandt werden. Die von Peter Mandel entwickelten Steu­erungstherapien zur Regulation der Gehirnfunktionen gel­ten als Basistherapien. Das weitere Vor­gehen besteht wie bei der Akupunktur aus der exakten Lo­kalisation der indizierten Punkte und aus der anschließenden Bestrahlung mit einer der sechs The­rapiefarben. Die Wahl der Farbe richtet sich danach, welche Fehlregulation und welcher energeti­sche Zustand, Yin oder Yang, vorliegt.

4. Wirksamkeit: Ein Fallbeispiel

Ein etwa 40-jähriger Mann klagte über starke Schmerzen im Knie und war nur noch in der Lage, sich humpelnd fortzubewegen. Nach Bestrahlung der indizierten Punkte im Ohr mit blau und der Gelenkpunkte mit rot und grün war der Patient sofort schmerzfrei und konnte ohne Beschwerden gehen.

5. Zusammenfassung

Krankheit ist der Verlust der Fähigkeit der einzelnen Zelle, sich selbst in ihrem Schwingungsver­halten zu regulieren. Genau hier, auf der Ebene der informativen Energie, setzt die Farbpunktur an. Die Farbpunktur ist eine Akupunktur mit farbigem Licht. Die harmonische Farbschwingung veran­laßt die Zelle nach dem Resonanzgesetz zu einem kohärenten Schwingungsverhalten, eine Voraus­setzung für "störungsfreie" Biokommunikation.

Quelle: ZDN, Dokumentation der besonderen natürlichen Heilweisen in Europa, Band V, 2. Halbband, S. 1111-1113, Die Farbpunktur

Autor: Peter Mandel


1] Peter Mandel, geb. 1941, Studium der Akupunktur in Hongkong und Indien, ist der Begründer der "Energetischen Terminalpunkt-Diagnose" (E-T-D) und der "Farbpunktur". Er ist bekannt durch zahlreiche Vorträge, Seminare, Ver­öffentlichungen und Bücher. 1975 gründete er das "Mandel-Institut für Esogetische Medizin" in Bruchsal. Seit vielen Jahren forscht Mandel intensiv auf dem Gebiet der informativen Energien. Die von ihm entwickelten diagnostischen und therapeutischen Methoden werden heute bereits in fast 2000 naturheilkundlich orientierten Praxen angewandt. Die Weiterentwicklung der Heilkunde auf der Grundlage seines "Esogetischen Modells" wird zu­künftig im Mittel­punkt seiner Arbeit stehen.