Bachblütentherapie

Die Bach-Blütentherapie1 – aktueller denn je

Die sanfte Therapie mit dem fast poetischen Namen "Bach-Blütentherapie", die sich zunächst fast unbemerkt in Laienkreisen verbreitet hat, ist […]: Eine seit 55 Jahren in den angelsächsischen Ländern bewährte, einfache Therapie, die hilft, "den Ausbruch organischer Krankheiten zu verhindern, wenn der Fall sich in jenem funktionellen Stadium befindet, das akuten oder chronischen Krankheiten so häufig vorausgeht."

Gerade die Vorboten der Krankheit – der Patient ist zwar noch nicht krank, fühlt sich aber nicht mehr wohl – werden von vielen Behandlern nicht ausreichend gewürdigt. Wer in seiner Ausbildung nur die Endstadien der Krankheit kennen und behandeln gelernt hat, weiß mit "seelisch belasteten" Patienten nicht viel anzufangen.

Hier ein erster pragmatischer Überblick über die Schwerpunkte und besonderen Vorteile der Bach-Blütentherapie:

Wann lohnt ein erster Versuch mit der Bach-Blütentherapie?

  • Wenn die Beschwerden des Patienten offensichtlich mit einer schicksalhaften Veränderung der Lebenssituation in Zusammenhang stehen, z. B. Kündigung, Partnerschaftskrise, Sitzenbleiben in der Schule, Tod des Ehepartners, Pflege eines Schwerkranken in der Familie usw.
  • Wenn die psychische Symptomatik im Vordergrund steht, aber der Patient kein "Fall" ist, der psychotherapeutischer oder psychiatrischer Behandlung bedarf, z. B. bei resignativen seelischen Verstimmungen von Jugendlichen, Midlife-crisis mit überhöhten Leistungsansprüchen, Vereinsamungssymptomen bei alten Menschen, medienbedingten Ängsten und Phobien, wie z. B. Krebs-Angst oder Aids-Angst.
  • Bei multifaktoriellen Beschwerden wie Schlafstörungen, Herz-Rhythmusstörungen, ggf. begleitend zur notwendigen medikamentösen Therapie.
  • Wenn nach Ausschöpfen aller konventionellen therapeutischen Möglichkeiten unbefriedigende Behandlungsergebnisse vorliegen.
  • Wenn es in einer Therapie immer wieder zu Rezidiven [=Rückfällen], z. B. Erschöpfungszuständen, Infektionen oder zu Symptomverschiebungen kommt.
  • Wenn junge Patienten sich weigern, chemische Mittel zu nehmen, sondern alternativ behandelt werden möchten.
  • Wenn der Patient von sich aus mehr für seine eigene Gesundheit tun möchte.

Entscheidende Erfahrungen, die Bach-Blütentherapie fest in das therapeutische Praxisangebot zu integrieren

  • Die Grundstimmung der Patienten veränderte sich ins Positive […]
  • Patienten fühlen sich nach eigener Aussage menschlich wohler als unter allopathischer Medikation.
  • Der Patient wird zur Mitarbeit aktiviert; dabei "verliert" er nicht nur ein Symptom, sondern "erhält" neue Entwicklungsmöglichkeiten.
  • Der chronisch kranke Patient erlernt den konstruktiven Umgang mit seiner Erkrankung. Er bekommt so die Chance, seine vielleicht jahrelang gepflegte "Opferrolle" ablegen zu können.

Praktische Vorteile der Bach-Blütentherapie

  • Die Bach-Blütentherapie läßt sich neben allen anderen Therapieformen einsetzen.
  • Herkömmliche Medikamente lassen sich unter Bach-Blütentherapie oft um 40 bis 60 % reduzieren.

Vergleichbar mit einer naturheilkundlichen Ausleitungstherapie auf der Körperebene könnten man die Bach-Blütentherapie als eine Harmonisierungs- und Reinigungstherapie der seelischen Ebenen bezeichnen. Damit ist sie auch Gesundheitsvorsorge, Präventivmedizin im wahrsten Sinne des Wortes.

Krankheitsursachen

So lange zwischen unserem Höheren Selbst und unserer Persönlichkeit Einklang besteht, erleben wir Friede, Freude, Glück und Gesundheit.

Der Einklang oder die Harmonie zwischen diesen beiden Instanzen unterliegt jedoch zwei Kon­fliktmöglichkeiten, die zur Krankheitsursache werden können:

1. Konfliktmöglichkeit
Der Mensch mißachtet auf der Persönlichkeitsebene die "Gebote seines Höheren Selbst".

2. Konfliktmöglichkeit
Der Mensch verstößt auf der Persönlichkeitsebene gegen das "Gesetz der Einheit".

"Jedes gegen andere oder uns selbst gerichtete Verhalten beeinflußt das Ganze (Energiefeld). Denn nach dem Gesetz der Einheit spiegelt sich jede Unvollkommenheit, die in einem einzelnen Teil ent­steht, in der Gesamtheit wider."

Beide Konflikte führen zu einer Disharmonie zwischen dem Höheren Selbst und der Persönlichkeit. Sie äußern sich als "Defekte" oder Charakterschwächen auf der Persönlichkeitsebene, die Bach als "eigentliche Grundkrankheiten der Menschheit"2 wie folgt beschreibt:

"Die eigentlichen Grundkrankheiten des Menschen sind Charakterschwächen wie Stolz, Grau­samkeit, Haß, Egois­mus, Unwissenheit, Unsicherheit und Habgier."

Das therapeutische Konzept

Das Heilungsprinzip von Edward Bach heißt:

Nicht bekämpfen, sondern überwinden!

Die der Charakterschwäche gegenübergestellte positive Eigenschaft oder Tugend wird in so starkem Maße entfaltet, daß die Schwäche schließlich zur Stärke wird.

"Um eine vollkommene Heilung von Krankheiten zu erreichen, kann es daher nicht genügen, le­diglich auf den Körper zielende Therapien einzusetzen – wobei natürlich immer die derzeitig besten Methoden zur Anwendung kommen sollten –, vielmehr sollte darüber hinaus jeder selbst sein Mög­lichstes tun, um die jeweilige Unzulänglichkeit aus seinem Charakter zu entfernen.

Denn die vollkommene Heilung entsteht nur in unserem Inneren; indem wir zulassen, daß die Har­monie unseres Höheren Selbst unsere ganze Persönlichkeit durchstrahlt.

Nun wird verständlich, daß es nicht länger möglich ist, Krankheiten mit Krankem zu behandeln oder zu versuchen, Beschwerden mit solchen Mitteln zu beseitigen, die selbst Beschwerden hervor­rufen können. In zukünftigen Arzneibüchern sollten nur noch solche Heilmittel verzeichnet sein, welche die Eigenschaft besitzen, Positives zu stimulieren und nicht mehr jene, deren einzige Eigen­schaft in der Blockierung des Negativen besteht."[…]

Überlegungen zur Wirkungsweise der Bach-Blüten-Konzentrate

Läßt sich die Wirkung der Bach-Blütentherapie naturwissenschaftlich begründen

Bach schrieb 1934 über die Wirkung seiner Blütenkonzentrate:

"Bestimmte wildwachsende Blumen, Büsche und Bäume höherer Ordnung haben durch ihre hohe Schwingung die Kraft, unsere menschliche Schwingung zu erhöhen und unsere Kanäle für die Bot­schaften unseres spirituellen Selbst zu öffnen und unsere Persönlichkeit mit den Tugenden, die wir nötig haben, zu überfluten und dadurch die Charaktermängel auszuwachsen, die unsere Leiden ver­ursachen.

Wie schöne Musik oder andere großartige, inspirierende Dinge sind sie in der Lage, unsere ganze Persönlichkeit zu erheben und uns unserer Seele näherzubringen. Dadurch schenken sie uns Frieden und entbinden uns von unserem Leiden.

Sie heilen nicht dadurch, daß sie die Krankheit direkt angreifen, sondern dadurch, daß sie unseren Körper mit den schönen Schwingungen unseres Höheren Selbst durchfluten, in deren Gegenwart Krankheit hinwegschmilzt wie Schnee an der Sonne." […]

Umweltverschmutzungsproblem

Immer wieder wird gefragt, ob Umweltverschmutzung, saurer Regen oder ähnliches die Wirksam­keit der jetzt gesammelten Blüten beeinträchtigt.

Aus der Praxis heraus kann diese Frage mit nein beantwortet werden. Die Erklärung liegt wohl darin, daß bei der Bach-Blütentherapie nicht der Körper oder die Materie, sondern ausschließlich die energetische Information der Pflanze verwendet wird. Das "Wesentliche" der Pflanze wird durch äußere Umstände nicht beeinflußt. […]

Die Bach-Blütentherapie in der täglichen Praxis

Prinzipielle Erwägungen
Bei welchen Patienten ist Bach-Blütentherapie indiziert?

Im Prinzip reagieren Menschen jeden Alters auf eine richtig ausgewählte Bach-Blüten-Kombina­tion positiv. Die einzigen Voraussetzungen sind eine neutrale Einstellung bzw. grundsätzliches Ver­trauen in den Behandler.

Besonders angezeigt ist Blütentherapie für den sensiblen, seelisch differenzierten Patiententyp, der bisher mit zu "harten Geschützen" therapiert wurde. Für ihn ist die Blütentherapie nach eigenen Aussagen oft eine "echte Erlösung".

Sehr gut reagieren jüngere Menschen. Besonders prompt erfolgen Reaktionen bei Kinder. Als äu­ßerst segensreich bewies sich die Bach-Blütentherapie auch bei der Behandlung Schwerstkranker und Sterbender […]. Weibliche Patienten greifen die Therapie erfahrungsgemäß eher auf als männliche Patienten.

Das ausschlaggebende Moment scheint die Resonanzfähigkeit des Patienten auf der seelischen Ebene zu sein. Diese ist nicht alters- oder geschlechtsspezifisch, sondern entwicklungsbedingt. […]

Bach-Blütentherapie praktisch

Die beiden klassischen Darreichungsformen

Im akuten Zustand – "die Wasserglasmethode":

Täglich morgens aus jeder der ausgewählten Konzentratflaschen oder stockbottles zwei Tropfen in ein gefülltes, normalgroßes Wasserglas geben und in kleinen Schlucken (jeder Schluck ist ein En­ergie-Impuls!) über den Tag verteilt leertrinken lassen. Im hochakuten Zustand mehrere Gläser im Abstand von einigen Stunden leertrinken lassen, so lange, bis der behandlungsbedürftige Zustand abgeklungen ist.

Für chronische Zustände: Herstellung einer "Einnahmeflasche":

In ein Medizinfläschchen mit Tropfpipette oder Tropfvorrichtung aus den ausgewählten Konzen­tratflaschen (Anzahl ist unerheblich) je einen Tropfen pro 10 ml in ein Alkohol-Wasser-Gemisch (Verhältnis ca. 25 zu 75 %) geben.

Anmerkung: Diese Vorschrift muß nicht peinlich genau eingehalten werden. Möglich ist auch die Dosierung 2 Tropfen auf 30 ml (one ounce); häufig sprach Bach sogar von "a few drops".

Welches Wasser als Trägersubstanz?

Bach sprach von Quellwasser und meinte damit im weitesten Sinne "gesundes" neutrales Wasser aus Quellen oder Dorfbrunnen, heute vergleichbar mit Wasser aus dem eigenen Brunnen oder auch sehr gutem Leitungswasser. Das englische Bach Centre empfiehlt häufig Volvic oder andere koh­len-säurefreien Mineralwässer. Wasser aus berühmten Heilquellen, z. B. Staatlich Fachinger, sind wegen ihrer starken Eigenschwingung nicht neutral genug, daher weiniger geeignet. Ebenfalls nicht geeignet: entmineralisiertes oder destilliertes Wasser. Milchzucker als Trägersubstanz hat sich in der Praxis nicht bewährt, da die "Imprägnierung" hier nur eine begrenzte Zeit erhalten bleibt.

Welche Rolle spielt der Alkohol?

Alkohol dient nur als Konservierungsmittel. Möglichst keinen Alkohol über 45 % verwenden, da dieser vereinzelt zur Ausflockung der Mischung geführt hat. Am bewährtesten: Cognac oder Brandy, den auch die Konzentrate selbst enthalten.

Für Kinder oder Alkoholiker können Einnahmeflaschen bei gleicher Wirkung ohne Alkohol angesetzt werden, welche naturgemäß aber nur begrenzt haltbar sind. Alkoholgegner verwenden häufig Himbeeressig zur Konservierung.

Im Sommer Einahmeflaschen evtl. im Kühlschrank aufbewahren, ebenso Einnahmeflaschen, die ohne Konservierungsmittel hergestellt wurden.

Allgemeines zum Therapieverlauf

Verlaufsmodalitäten und charakteristische Reaktionen

Da es keine zwei identischen Individuen gibt und sich jeder bekanntlich nur gemäß seiner eigenen seelischen Kräfte entwickeln kann, sollte es einleuchten, daß es in der Bach-Blütentherapie keine exakt voraussagbaren Reaktionsschemata geben kann.

Berücksichtigt man noch die schicksalhaften Lebensumstände des Patienten und die Zeitqualität, so läßt sich sogar für den individuellen Patien­ten erfahrungsgemäß kein längerfristiger Therapieplan erstellen. Das heißt, eine Mischung, die 1989 geholfen hat, wird in einer vergleichbaren Situation ein Jahr später möglicherweise nicht mehr "greifen", weil sich Zeitqualität und Lebensumstände geändert haben.

Die im folgenden zusammengetragenen Beobachtungen sollen als Orientierungshilfe und zur Anre­gung eigener Beobachtungen dienen.

Erfolgt die Ersteinnahme unmittelbar in der Praxis, so erlebt man häufig

  • Positive Veränderung des Augenausdruckes (besonders bei Kindern).
  • Tiefes erleichtertes Aufatmen. Es entsteht das Gefühl, "es würde plötzlich ein Lichtschalter angeschaltet" – "es wäre plötzlich heller im Raum" oder "der Raum hätte sich vergrößert".
  • Wärmegefühle, Prickeln, angenehm elektrisierende Sensationen
  • Oder: Kältegefühl in der Herzgegend, im Solarplexus, an den Extremitäten oder im ganzen Körper: häufig linksseitig.

Quelle: ZDN, Dokumentation der besonderen Therapieeinrichtungen und natürlichen Heilweisen in Europa, Band 1, 2. Halbband, S.1119-1208, „Die Bachblüten- Therapie“

Autor: Mechthild Scheffer


1] Aus: Scheffer, M., 1990: Original Bach Blütentherapie, S. 1-135, Neckarsulm: Jungjohann Verlags-gesellschaft. Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
2] Die Symptome dieser Grundkrankheiten sind die 38 von Bach definierten disharmonischen Seelenzustände.