Neurodermitis

Neurodermitis ist eine der häufigsten Hautkrankheiten und ist eine Immunerkrankung, d.h. in diesem Fall reagiert das Immunsystem auf nicht erkennbare Ursachen. Häufig tritt die Krankheit zwischen dem 20. und 50. Lebensjahr auf, wobei überwiegend Frauen betroffen sind. Die Immunreaktion äußert sich bei der Neurodermitis in roten, trockenen, schuppenden und nässenden Ekzemen auf der Haut, welche einen starken Juckreiz auslösen. Durch Kratzen an den juckenden Stellen entstehen Hautverletzungen, die wiederum sehr anfällig für schmerzliche Entzündungen sind, welche durch Hautbakterien verursacht werden.

Die Krankheit kann sowohl chronisch als auch schubweise verlaufen. Die zeitliche Dauer und Intensität ist unterschiedlich, ist vom Alter abhängig und wird durch psychischen Druck und Stress verstärkt. Das heißt Neurodermitis kann am ganzen Körper oder stellenweise auftreten. Zudem kann die Krankheit beim Auftreten im Kindesalter später im Erwachsenenalter wieder abklingen.

Die Behandlung der Symptome erfolgt in der Schulmedizin überwiegend mit Salben, die Cortison enthalten. Cortison bewirkt eine Hemmung der Immunabwehr der Haut, Das Verwenden von Cortison ist allerdings nur begrenzt möglich und hat zudem Nebenwirkungen zur Folge, da das Cortison über die Haut in den Körper gelangt. Die genannten Nebenwirkungen treten besonders bei jungen Menschen und Menschen mit empfindlicher und dünner Haut auf.

Eine Heilung der Krankheit ist nicht möglich, da es sich um eine Autoimmunkrankheit handelt.

Die ayurvedische Behandlung von Neurodermitis

Neurodermitis ist eine häufig auftretende Hauterkrankung, die chronisch verläuft. Sie kann aus einer Störung nur eines der drei Doshas, zweier Doshas oder aller drei Doshas zusammen hervorgehen. Meistens sind jedoch zwei oder drei Doshas beteiligt.

Die Entzündung der Haut löst je nach Beteiligung der Doshas ein Schuppen und Jucken der Haut aus.

Symptome

Die Symptomatik der Neurodermitis hängt immer von der jeweiligen Dosha-Beteiligung ab:

  • Vata kann trockene, sich schuppende Haut sowie dunkle Verfärbung der Haut verursachen

  • Pitta verursacht Entzündungen, Rötung, Hitzegefühl, Brennen

  • Kapha verursacht verstärktes Juckgefühl, weißliche Verfärbung und nässende Ekzeme

Krankheitsauslöser

Ungesunde Speisen und Verhaltensweisen zählen zu den Hauptursachen für die genannten Hautprobleme. Ein schwaches Verdauungsfeuer (Agni) oder regelmäßiger Verzehr von unverträglichen Speisen, Junkfood, vergorenen Lebensmitteln, bestimmten Fischsorten sowie öligen und frittierten Lebensmitteln können Toxine während der Verdauung entstehen lassen. Diese stören die Doshas und breiten sich überall im Körper aus, besonders im Blut, wodurch Hautprobleme entstehen.

An geschwächten Körperstellen treten sie zuerst auf.

Störungen des Immunsystems, ein kaltes, trockenes Klima, Stress, Angst, Sorgen und Reaktionen auf Medikamente können ebenfalls Neurodermitis-Symptome auslösen.

Behandlungsansatz

1. Vermeidung einer ungünstigen Ernährungs- und Lebensweise:

  • Das Befolgen einer geeigneten Ernährungs- und Lebensweise kann die Doshas zu einem gewissen Grad besänftigen und die Wirkung der Kräuterpräparate, die der Patient zu sich nimmt, unterstützen.
  • Lebensmittel wie Fleisch, Fisch und Quark sowie vergorenes, fettreiches, kaltes oder rohes Essen verstärken die Dosha-Beteiligung bei Hautkrankheiten. Auch der Aufenthalt im Kalten, das Tragen synthetischer Stoffe, Rauchen, der Konsum von Alkohol und Stress sollten unterbunden werden.
  • Entspannende Tätigkeiten wie Musik hören, Lesen, Yoga oder Meditation hingegen unterstützen den Heilungsprozess.

2. Einnahme von Kräuterpräparaten

  • Verschiedene Kräuterpräparate wie Dekokte, Tonika, Pulver und Pasten werden intern verabreicht, um die Stärke der beteiligten Doshas oder Toxine zu reduzieren. Wenn es sich um eine chronische Erkrankung handelt, bei der eine starke Dosha-Beteiligung vorliegt, sollte eine Panchakarma-Kur durchgeführt werden, um das Ungleichgewicht nach der Durchführung äußerer Behandlungen und der Einnahme von Kräuterpräparaten zu beseitigen. Die Kräuterpräparate zum Einnehmen unterstützen die Panchakarma-Kur und die erfolgreiche Ausscheidung der Toxine.

3. Panchakarma

  • Mit ayurvedischen Reinigungsbehandlungen, z.B. Virechana, werden die blockierten Doshas oder die Toxine ausgespült, die zur Entstehung der Erkrankung beigetragen haben. Virechana wird mithilfe von Kräuterpräparaten durchgeführt, die sich mit den Toxinen verbinden. Durch die eingenommenen Präparate und äußeren Behandlungen werden die Giftstoffe zum Magen-Darm-Trakt transportiert. Von dort werden sie z.B. beim Abführen (Virechana) durch den Anus ausgeschieden. Äußere Behandlungen unterstützen den Abtransport der Toxine von den tieferen Gewebeschichten zum Magen-Darm-Trakt.

Nach den Panchakarma-Behandlungen werden dem Patienten spezielle Kräuterpräparate verabreicht, welche die Immunkraft stärken und eine erneute Erkrankung verhindern sollen. Es ist außerdem äußerst entscheidend, eine strenge Diät und genaue Verhaltensregeln einzuhalten. Beides sollte von einem Vaidya (einem in Indien akademisch ausgebildeten Ayurveda-Arzt) über mehrere Monate überwacht werden.