Fibromyalgie

Die Fibromaylgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine chronisch behindernde Verfassung, in der der Körper Stress nicht richtig verarbeiten kann und mit einer niedrigeren Schmerzschwelle reagiert. Als Folge dieser gestörten Schmerzwahrnehmung leiden die Betroffenen an einem dauerhaften Ganzkörperschmerz, der hauptsächlich in den Muskeln, Sehnen und Knochen wahrgenommen wird.

Die Ursache des Schmerzes ist bis heute nicht vollständig geklärt, allerdings steht fest, dass sie nicht in den Gewebestrukturen selber liegt, sondern im Zentralnervensystem.

Begleitsymptome sind Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Verdauungsbeschwerden, schnelle Ermüdung bei Aktivität und ein generelles Schwächegefühl. Besonders an den Hauptschmerzpunkten fühlen die Betroffenen schon bei leichtem Druck einen stechenden Schmerz.

Obwohl die Symptomatik der Fibromyalgie ähnlich der des Weichteilrheumas ist, dürfen diese zwei Begriffe aber keinesfalls als synonym verstanden werden. In der Fachwelt erfolgt derzeit eine Diskussion über die Zuordnung des Faser-Muskel-Schmerzes zum rheumatischen Formenkreis oder zu den Erkrankungend des schmerzverarbeitenden Systems.

Die Behandlung besteht aus einer individuellen Zusammenstellung von folgenden Therapien, die zwar auf die Linderung der Symptome abzielen, aber keine vollständige Heilung bieten können:

  • Physiotherapie, um den Bewegungsapparat wiederherzustellen
  • Medikamentenverabreichung, die die Schmerzkontrolle stabilisiert
  • Psychotherapie

Fibromyalgie und Ayurveda

Die hauptsächlichen Symptome des Faser-Muskel-Schmerzes – Schmerz, Schwäche, Muskelkrämpfe und Schlafbeschwerden – sind alle Zeichen eines erhöhten, also aus der Balance geratenen Vata-Doshas.

Vata-Dosha ist die Bio-Energie oder funktionelle Einheit des Körpers, die aus den Elementen Raum und Luft zusammengesetzt ist und somit Bewegung und Antrieb als wichtigste Funktion besitzt. Vata-Dosha kontrolliert und koordiniert alle Bewegungen des Körpers und ist in seiner Eigenschaft trocken, leicht, kalt, rau, feinstofflich und beweglich.

Gründe für ein erhöhtes Vata-Dosha

  • Ernährungsweise
  • Verzehr von herben, scharfen und stopfenden Mitteln im Übermaß
  • zu große oder zu kleine Mengen
  • zu viel trockene Lebensmittel

Lebensweise

  • Aufhalten von natürlichen Trieben wie das Wasserlassen, Darmentleerung etc.
  • schlaflose Nächte
  • zu lautes Reden
  • exzessiver Geschlechtsverkehr
  • Sorgen

Klinische Gründe

Große Entschlackung durch Reinigung oder Erbrechen

Emotionale Gründe

Angst und Sorgen, Depressionen

Klima

Sommer

Abweichungen im Tagesrhythmus

Ende des Tages und der Nacht, Verdauungszeiten, etc.

Symptome des Vata-Ungleichgewichts

  • Schwäche
  • Knochenschmerzen
  • Verstopfung
  • Blasenbildung
  • Halluzinationen
  • Angst, Sorgen, Depressionen, Schlafstörungen
  • Bewusstlosigkeit

Diagnose

Die Symptome der Fibromyalgie korrespondieren mit denen der Vata-Erhöhung ins Besondere in Muskel- und Fettgewebe. Was passiert, wenn Vata sich im Muskel- und Fettgewebe erhöht, kann man in der klassischen Schrift des Ayurveda namens Ashtanga Hridaya nachlesen:

  • Abszesse
  • stechender und drückender Schmerz
  • Schwindel
  • Trägheit
  • starke Schmerzen mit Bewegungseinschränkung
  • Schmerzen "als würde man mit der Faust geschlagen werden."

Komplexbildende Ursachen

Es gibt unterschiedliche Gründe, aus dessen Zusammenspiel Vata sich im Muskel- und Fettgewebe niederlassen und die oben genannte Symptomatik hervorrufen kann:

  1. Srotho rodha – Blockade und Defekt im funktionalen Kanal in der Muskulatur und im Fettgewebe

  2. Ama- schädliche Verdauungsstörung

Aufgrund eines schwachen Verdauungsfeuers (Agni) entseht Ama. Dieses Ama sammelt sich in bestimmten Shrotas (Zirkulationskanäle) an und blockiert sie, so daß das entsprechende Körpergewebe (Dhatu) nicht mehr optimal versorgt werden kann. In diesem Fall sind das Muskel- und Fettgewebe. Nach einer längeren Zeit der Blockade können die Shrotas strukturell geschädigt werden, so daß Vata sich nicht nur ansammelt, weil es nicht mehr frei fließen kann, sondern auch in anliegende Strukturen übergeht und dort Schäden verursacht.

Die Behandlung

Das Diktum der Ayurveda Behandlung anhand dieser pathologischen Symptome wird im Ashtanga hridayam erklärt:

  • Virechana (Reinigung)
  • Niruha (Darmspülung)
  • Samana (beruhigende Meditation)

Wichtige Bestandteile der Behandlung

  • „Amapachanam“ (Entfernung der schädlichen Verdauungsstörung)
  • Srothosodhanam (Reinigung der Kanäle)
  • Behandlung der Krämpfe „sankocha“, die ansonst immer mehr Schmerzen verursachen, die wiederum zu mehr Krämpfen führen (Kreislauf von Krämpfen-Schmerz-Depression-Krämpfen)

Ayurvedische Ernährung

  • Agni deepana und pachana - verbessern das Brennen und helfen bei der Verdauung trocken: Ingwer, Kreuzkümmel, Kümmel, Basilikum
  • Licht, Wärme, regelmäßige Mahlzeiten
  • Warme Tees
  • Weniger Fleisch- und Milchprodukte, weniger gebratene Mahlzeiten, kein kaltes und schweres Essen
  • mehr gekochtes Gemüse

Änderung der Lebensweise

  • Tägliche und Saisonbedingte Routine
  • Ayurvedische Sittenlehre: den mittleren Weg gehen, Mitgefühl, Gelassenheit etc.
  • Ruhe/Pause
  • Einfaches Yoga
  • Entspannungsmethoden
  • Atemübungen/-kontrolle

Wichtige gebräuchliche Therapien

(Unterscheidet sich von Person zu Person)

  • Dhanyamladhara - Auftragen von medizinischen Flüssigkeiten auf den Körper
  • Sirodhara - Auftragen von medizinischem Öl auf die Stirn
  • Thakra dhara - Auftragen von medizinischer Flüssigkeit auf die Stirn
  • Pizhichil - Auftragen des Öls auf den Körper
  • All dieses bereitet die Person auf die Reinigung vor.

Fazit

Ayurveda empfiehlt die ganzheitliche Behandlung und Rehabilitation für die Fibromyalgie, mit regelmäßiger Nachbetreuung und zeitlich festgelegten Nachuntersuchungen.